SOMMER, 20. Juli 2010
Evessen, 6.42h, 18°C.
Zurück zu den Zen-Gewohnheiten. Der Läufer läuft den langen Lauf, um bald seinen ersten Halb-Marathon zu absolvieren. Der Gärtner stellt sich einen Tag später in den Garten, um Ostfriesische Palmen zu pflanzen, Anzuchtschale nach Anzuchtschale.
Wiederkehrende Fragen bedürfen klarer Antworten.
Der Läufer hört: “Warum läufst du so weit?” -”Weil ich es kann”, antwortet er.
Der Gärtner hört: “Arbeitest du noch im Garten? Du hast vor ein paar Monaten damit so schön kokettiert!” -”Ja”, antwortet er. “Zum ersten Mal im Garten zu arbeiten, das ist ein Sturz in den Pool. Das ist wie der erste Rave. Dann muss man Raver werden.”
Es war in Hachum, einem zu Evessen gehörenden Dorf. Am Wochenende hatte Pascal Fuhlbrügge dort seine Performance “Enthusiasm” aufgeführt. Sie ist benannt nach dem gleichnamigen zweiten Album des Hamburgers und bedeutet einen bedeutenden Schritt weg von den üblichen Laptop-Live-Auftritten, wie sie in der elektronischen Musik ja immer noch üblich sind.
Der Abend war schön und gelungen, mit einem Flohzirkus von Charlotte Pfeiffer und Bildern von Fehmi Baumbach. Aus Wolfsburg war Justin Hoffmann angereist, der dort Kurator des Kunstvereins ist. Er hatte gefragt, nach der Gartenarbeit. Die Zeit nach dem Ur-Enthusiasmus bedeutet eben Arbeit, viel Arbeit im Alltag und am Alltag. Die Frage danach, ob man Gartenarbeiter oder “Gärtner” werden will, sieht aus wie die nach der Null und der Eins. Viele Jahre prägend.
Hoffmann war frisch aus München zurück. Er wies darauf hin, dass seine Band F.S.K. am Dienstag, den 20. Juli im Ampere zu München das wohl einzige Konzert in diesem Jahr spielt.