HERBST, 13. November 2009
Im November wird es dunkel. Vielleicht liegt es daran, dass ich in diesem Monat auf die Welt gekommen bin. Die Novemberdunkelheit zumindest ist von einer milden, warmen Schönheit. Ihr Glanz verblasst erst in jenen Tagen, wenn Weihnachten das Geweihte verliert und zum Verwandten abhaken verkommt. Kurz vor Silvester.
In den Plantagen von Evessen haben die Pflaumenbäume ihre Blätter verloren. Selbst das in langen Wellen strahlende Dunkelsamtviolett der Pflaumen wirkt wie eine Lichtquelle im Dunst.
Die Schlagzeile von Wired online am 11. November 2009, 12.52 h besitzt noch die Schönheit eines Stereolab-Songs: “New Milky Way Image Shows Best Of All Spectra”. Die NASA-Satelilten Hubble, Spitzer und Chandra haben die Daten geliefert: Laut Wired online nahm Hubble die Infrarot-Strahlen auf (”rot”), Chandra dokumentierte die Röntgen-Strahlen (”blau” und “violett”), während Hubble sich um jene Infrarot-Strahlen kümmerte, die sich nah am sichtbaren Teil von Licht bewegen (”gelb”). So entstand eine Aufnahme der Milchstraße, die jeder Beschreibung spottet. Ihre Schönheit ist total künstlich und unwahr, doch erhellend, also wirklich.
Für das Wochenende sind Frühlingstage angesagt. Die Sterne werden sich über das Dorf legen und für Ruhe sorgen, denn am Wochenende spielt Masha Qrella in Evessen. Als Backingband It’s A Musical plus Norman Nitzsche.
Die Tage der Geburtstage finden damit einen überraschenden Abschluss.