WINTER, 18. Januar 2010

Die Barnstorfer Salzwiese erstreckt sich zwischen den Dörfern Warle und Barnstorf im Süden Schöppenstedts. Sie gehört zu den wenigen Binnen-Salzbiotopen in Deutschland und steht unter Naturschutz.

Das Land Niedersachsen schreibt dazu:

Die Salzwiese befindet sich im tief gelegenen Bereich einer breiten Talmulde, in der salzhaltige Grundwässer an die Oberfläche aufsteigen und zeitweise in offenen Lachen die Bodenoberfläche bedecken. Durch einen Graben ist das Gebiet in zwei etwa gleich große Bereiche geteilt, in deren Zentren jeweils stark salzhaltige, vegetationslose Schlammstellen liegen. Daran angrenzend finden sich, in Abhängigkeit von der Salzkonzentration, charakteristische Halophytenbestände wie Queller-Fluren, Salzschwaden-Rasen und Salzaster-Bestände. In den Randbereichen schließen sich Flutrasen und Weidelgras-Weiden an.

Auf der drei Hektar großen Fläche der Salzwiese lässt Norbert ein Dutzend Jungschafe weiden. Auf den ersten Blick schon vermittelt die Wiese eine Fremdheit. Die Zusammenhänge rutschen ab. Man kennt die Pflanzen einfach nicht, und sie kommen außerhalb der Küste selten genug vor.

Der Queller etwa taucht üblicherweise in einem anderen Kontext auf. Seine gummiartigen Büsche markieren die Küstenlinien an der See. Der Ästige Queller nämlich ist Pionier; die Pflanze, die ganz nahe am Salwasser zu wachsen vermag.

Es ist also ein Privileg, die Salzwiese überhaupt zu betreten. Selbst Naturschutzschafe brauchen im harten Winter eben Überlebenshilfe. Inzwischen ist die Herde nur noch von der Barnstorfer Seite aus zu erreichen. Der Feldweg, der von Warle aus zur Wiese führt, ist nicht mehr zu passieren.

So bleibt nur der Fußweg vom Barnstorfer Fußballplatz aus. Der Schnee ist tief, der Kartoffelsack fällt immer und immer wieder vom Schlitten herunter, der Ostwind pfeift hart ans Ohr.

Und doch: Pri!vi!leg!