WINTER, 1. Februar 2010

Khaki, rosa, weißgrau; länglich, rund. Geformt wie die Porenkapsel einer Mohnblume. Mitten im Winter, mitten in den unablässigen Schneestürmen treiben Bäume und Hecken ihre Knospen aus.

Das führt zu harten Kontrasten, wenn die frühlingshaften Farben ganz allmählich in der weißen Wüste erscheinen; der Wind brandet scharf aus Osten an. Der Code, das Geheimprogramm der Natur, operiert störungsfrei.

Wie nachvollziehbar das Konzept der Naturreligionen damit erscheint. Gott des Windes, Göttin der Sonne, des Mäusebussards und der Weidenkätzchen. Logischer, viel nachvollziehbarer als die Idee einer einzigen göttlichen Instanz.

Eine kleine Enttäuschung auf dem “Festival Of Darkness” am vergangenen Freitag in Braunschweig: Obwohl die Bands das ganze Spektrum der Schwarzen Szene von Mainstream-Gothic Rock bis hin zu Neo-EBM abbildeten, fehlten unter den kahlgeschorenen Muskelmännern und Vampir-Ladies die Visual Keis.

Sie sind immer so gut geschminkt. Sie sollten eigentlich die Make Up-Policy des Jahres 2010 inspirieren. Ein gutes Puder fehlt noch.