BRENNESSEL

Die Kälte ist am Vergehen, der Morgendunst verfliegt.

Kaum passendere Augenblicke gibt es, die jungen Brennesseln auf der Warler Salzwiese zu pflücken und im Liegen zu verspeisen.

Eh nur kurz dauert die Pause.

Das stoned shepherd kid und Norbert und ein Bekannter vom Artenreich-Verein bauen den Zaun ab.

Die Schafe weiden hier nicht mehr.

Norbert hat sie umgesiedelt, nach Ampleben und Schöppenstedt.

Nun scheint die Sonne auf die alten Queller und die neu erwachten Schilfrohrsänger, und wie ließe sich die Salzwiese besser erkunden, als durch das Herauszerren des Zaunes, der eingewachsen ist in die Erde, gut 300 Meter Maschendraht!

Die nachtblaue Hose wird zerstochen vom Metall.

Zusammengerollt werden die Zaunstücke und zum Anhänger getragen.

Der Wind pfeift so einnehmend wie sonst nur in Filmen.

Zur Feier des Tages: Brennesseltaufe.

Die Ersten brennen schon an den Fingern, an den Sprunggelenken.