Gordian

Album-Cover

Irgendwo verdichten sich alle Farben zu Schwarz. Oder zu Weiß.

Die Klangfarben von Gordian, dem zweiten Album des in Bukarest aufgewachsenen und in Berlin lebenden Cosmin Nicolae alias Cosmin TRG, verdichten sich zu Silber.

Anders als Schwarz und Weiß bedeutet Silber keine Farbe. Silber ist ein Finishing.

Wo vor vier Jahren auf Tracks wie “Tower Block” oder “Beton Brut” TRGs radikaler Gestus sich in der Kühnheit zeigte, zwischen zischelnden HiHats und Bässen von der Tiefe einer Fracking-Bohrung ein Loch gähnen zu lassen, lässt der in Bukarest aufgewachsene und in Berlin lebende Produzent inzwischen locker. Der Kick von Gordian besteht gerade im Verwackeln und Zerrauschen, nicht mehr in der Scharfkantigkeit der Formen. Sein zweites Album auf dem von Modeselektor betriebenen Monkeytown Records lässt die Flächen von “To Touch Is To Divert” silbern schimmern, während die Basslinie ständig ihre eigene Hose hochzuziehen scheint, damit sie nicht immer so runterrutscht. Die HiHats von “Vertigo” lösen sich im Chaos auf, nachdem sie zuvor in Doppel-Helixen, parallelen Geraden, ja immer neuen geometrischen Mustern der Verdopplung erschienen sind. Ein warmes Silber taucht die Stücke in sommerliches Licht.

“Desire Is Sovereign”, wie ein Track heißt. Tatsächlich kehrt hier jemand sein Unbewusstes an die Oberfläche: Es ist die Maschine, sie singt. Draußen weht eine frische Brise und lässt die Samen der Knäuelgräser den Hang hinaufjagen. Auch so entsteht dieses silberne Rauschen.